Eine Trainingseinheit aufbauen, die auch funktioniert
90 Minuten, 18 Spieler, ein Platz. Wie du eine Einheit strukturierst, damit am Ende das trainiert wurde, was du dir vorgenommen hattest.

Der häufigste Fehler: zu viele Themen
Eine Einheit mit drei Schwerpunkten ist eine Einheit ohne Schwerpunkt. Wer Pressing, Standards und Torabschluss in 90 Minuten unterbringen will, streift alles und vertieft nichts. Die Spieler nehmen dann eine Ahnung mit statt einer Verhaltensänderung.
Ein Thema pro Einheit reicht. Über eine Trainingswoche mit zwei bis drei Einheiten ergeben sich daraus zwei bis drei Schwerpunkte – und das ist bereits ambitioniert, wenn die Mannschaft am Wochenende spielt.
Der Aufbau in vier Blöcken
Ein bewährtes Grundgerüst besteht aus vier Teilen, die zeitlich klar getrennt sind:
- Aktivierung (15–20 Min): Körper auf Betrieb bringen, möglichst schon mit Ball und thematisch passend
- Hauptteil I (20–25 Min): Das Thema isoliert, in einer Form mit vielen Wiederholungen und wenig Wartezeit
- Hauptteil II (20–25 Min): Dasselbe Thema unter Widerstand – mit Gegnerdruck, Zeitdruck oder Entscheidungsdruck
- Abschluss (15–20 Min): Freies Spiel oder Spielform, in der das Thema vorkommen kann, aber nicht muss
Warum die Reihenfolge wichtig ist
Der Sprung von Hauptteil I zu Hauptteil II ist die eigentliche Trainingsarbeit. Eine Übung ohne Gegner erzeugt sauberes Ausführen, aber keine Entscheidungsfähigkeit. Eine Spielform ohne vorherige Isolation erzeugt Chaos, in dem das Thema untergeht.
Beides zusammen, in dieser Reihenfolge, funktioniert: erst die Bewegung verstehen, dann die Bewegung unter Druck abrufen. Wer nur eines von beidem macht, wundert sich am Sonntag.
Rechne mit Wartezeit – und plane sie weg
Die ehrlichste Kennzahl einer Übung ist die Zeit, die ein einzelner Spieler tatsächlich am Ball ist. Eine Passübung in Viererreihen mit einem Ball bedeutet für den Einzelnen: dreimal warten, einmal spielen.
Mehr Bälle, kleinere Gruppen, mehrere parallele Stationen – das kostet Aufbauzeit, aber verdreifacht die Wiederholungen. Wenn der Platz das nicht hergibt, ist eine kleinere Spielform meist besser als eine große Übung mit Schlange.
Der Teil, den die meisten auslassen
Nachbereitung. Nicht als Formalie, sondern als zwei Sätze für dich selbst: Was hat funktioniert, was nicht, und was heißt das für die nächste Einheit?
Wer das über eine Saison durchhält, hat am Ende etwas, das keine Übungssammlung ersetzt: eine Dokumentation dessen, was bei dieser Mannschaft wirkt. Beim nächsten Jahrgang fängst du damit nicht wieder bei null an.

Nico Walter